Nicht nur an Primar- und weiterführenden Schulen werden Lehrkräfte gebraucht. An der sogenannten Berufsschule unterrichten speziell ausgebildete Lehrkräfte die Schüler, die sich gerade in der Berufsausbildung befinden.
Wer beispielsweise das Friseurhandwerk lernen will, der muss nicht nur gut mit Kunden, Lockenwicklern und Schere umgehen können, sondern muss auch einiges von Chemie verstehen, denn schließlich will er seinen Kunden ja auch korrekt die Haare färben können. Und wer eine Ausbildung zur Bürokauffrau macht, der muss auch etwas von Buchhaltung verstehen. Und so müssen Auszubildende in Deutschland, neben der praktischen Ausbildung in ihrem Lehrbetrieb auch in der Berufsschule die Schulbank drücken, wo der theoretische Teil ihres Berufes auf dem Stundenplan steht. Da ist es selbstverständlich, dass auch die Lehrer an einer Berufsschule über einige ganz spezielle Kenntnisse verfügen müssen. Die Ausbildung zum Berufsschullehrer ist in Deutschland im Großen und Ganzen überall gleich, kann allerdings in Details von Bundesland zu Bundesland variieren.
Ähnlich wie für Lehrer an den sogenannten allgemeinbildenden Schulen, also beispielsweise der Grundschule oder einer weiterführenden Schulform, durchlaufen auch die Berufsschullehrer eine Ausbildung in insgesamt zwei Phasen. Die erste Phase besteht dabei aus einem Studium der entsprechenden Fachrichtung an einer Universität oder an einer Technischen Hochschule. Dieses Studium schließt, wie bei anderen Lehrerausbildungen auch, mit einem Staatsexamen ab. Mit dieser ersten Prüfung, die der angehende Berufsschullehrer sowohl vor den Hochschullehrern als auch vor Praktikern aus dem Schuldienst ablegt, wird das Studium abgeschlossen und der Kandidat beweist damit, dass er die fachlichen Voraussetzungen für den Beruf des Berufsschullehrers mitbringt. An den Abschluss der Universität oder Hochschule schließt sich dann in der Regel eine zweijährige Ausbildung an, die als „Vorbereitungsdienst“ bezeichnet und in einer Schule oder einem Studienseminar absolviert wird. Hierbei geht es vor allem darum, dass der angehende Lehrer neben der fachlichen Qualifikation das pädagogische Rüstzeug erhält, welches er als Lehrer in einem Klassenzimmer braucht. Dieser Ausbildungsabschnitt schließt nach zwei Jahren ebenfalls mit einem Staatsexamen ab.
Einen ersten Eindruck von ihrem Beruf bekommen die angehenden Lehrer zudem während eines Praktikums an einer Berufsschule, das sie bereits während des Studiums absolvieren müssen. Bei angehenden Berufsschullehrern kommt zudem die Besonderheit hinzu, dass sie zusätzlich ein Praktikum in einem Unternehmen absolvieren müssen, in dem die Berufsschüler ihre Ausbildung erhalten. Wer also Berufsschullehrer für Bankbetriebswesen werden möchte, der muss ein Praktikum in einer Bank absolvieren, wer Bautechnik unterrichtet, muss in einem Bauunternehmen gearbeitet haben.
07. September